Die Fahne weht in der Sonntagshornstraße in Traunstein und macht auf die Werkstätten aufmerksam. Von Links Andreas Pfaffinger (Leiter des Bildungszentrums), Dr. Frank Hüpers (Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern) und Josef Pflügl, Obermeister der SHK-Innung Traunstein.
Gemeinsam Hand in Hand mit der Innung...Einweihung der neuen SHK-Werkstatt in Traunstein
Die Handwerkskammer für München und Oberbayern hat neben ihrem Bildungszentrum in Traunstein in den Mühlwiesen eine neue, bedeutende Außenstelle: In der Sonntagshornstraße 14 wird den Auszubildenden neben dem Lernen in Betrieb und Berufsschule das praktische Arbeiten im SHK-Handwerk (Sanitär, Heizung, Klima) und im Spenglerhandwerk in hochmodernen, neu geschaffenen Werkstätten beigebracht. Dass das Projekt im komplizierten Förderdschungel aus europäischen, nationalen und bayerischen Förderquellen realisiert werden konnte, brauchte es neben dem hohen finanziellen Engagement der Handwerkskammer auch den Einsatz von 22 Fachfördern aus Handel und Industrie, die sich in das Projekt mit zum Teil umfangreichen Produktförderungen einbrachten, so dass die Lehrlinge hier an Produkten lernen, die technisch und energietechnisch dem allerneuesten Stand entsprechen. Obwohl schon „in Betrieb“, fand am Freitag Nachmittag die offizielle Eröffnungsfeier statt zu der viele geladene Gäste aus Handwerk, Berufsschule und Politik gekommen waren. Viele von ihnen haben zum Gelingen des Großprojektes beigetragen. Dabei haben die Werkstätten überregional Bedeutung, die weit über den südostbayerischen Raum hinausgehen. Werden doch in den drei beziehungsweise teilweise vier Ausbildungsjahren bis zu 500 Lehrlinge aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf, Altötting, Rosenheim, Bad Aibling, Miesbach und Bad Tölz ausgebildet.
Andreas Pfaffinger, Leiter des Traunsteiner Bildungszentrums, freute sich über das Gelingen des Projekts: Die Handwerkskammer und die Innungen hätten hier gut Hand in Hand zusammengearbeitet und das Projekt erfolgreich auf die Beine gestellt. Er würdigte das – gerade von Seiten der Innungen kommende – ehrenamtliche Umfeld, das sich in die Schulungsstätte eingebracht habe.
Auch von politischer Seite betonte Landtagsabgeordneter Martin Brunnhuber (Freie Wähler) dass hier für die Ausbildung, die Jugend und das Handwerk zwar viel Geld investiert wurde. „Aber jeder Cent ist gut investiert.“ Gerade das SHK-Handwerk sei auch „politischen Herausforderungen“ ausgesetzt, wenn er an die Diskussionen und Verunsicherungen durch die Wärmepumpe und das Heizungsgesetz denke. „Das ist ein Spannungsfeld das wir ohne Ausbildungsstätten nicht bewältigen können. Die Bedeutung des (SHK)-Handwerks machte er an einem Beispiel deutlich: „Es wird keine Künstliche Intelligenz (KI) geben, die den Heizungskessel in den Keller trägt. Die KI wird das Handwerk nicht bedrohen!“.
„KI trägt keine Heizkessel“
Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern sagte, dass die neuen Werkstätten auch ein Zeichen für Investition in die Zukunft seien. Die Bildungszentren der Handwerkskammer seien in die Jahre gekommen und müssten renoviert werden. Das SHK-Handwerk bekommt nun komplett neue Werkstätten in dem von der Handwerkskammer erworbenen Objekt. In der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) würden die Auszubildenden mit der Qualität unterrichtet, die Landauf landab so geschätzt sei. „SHK – das ist ein Gewerk, das wahrlich Goldenden Boden hat. Wir haben zurecht einen Pflock eingesetzt.“ Dem ihm folgenden Redner, Josef Pflügl, Obermeister der SHK-Innung Traunstein attestierte er eine „legendäre Hartnäckigkeit“ und betonte: „Es hat sich gelohnt!“.
Dieser Griff in seiner Rede den Zeitplan der Maßnahme auf und betonte, dass er bereits 2013 bei geeigneter Stelle deutlich machte, dass man für das SHK-Handwerk ein neues Berufsbildungszentum brauche. 2018 habe auch das Verständnis dafür in der Handwerkskammer zugenommen und ab 2020 habe man mit Weitsicht mit der Planung begonnen“ sagte ein unter Tränen gerührter Obermeister und überreichte den Handwerkskammervertretern eine entsprechend bedruckte SHK-Fahne.
Bildungszentrumsleiter Pfaffinger betonte, dass Pflügl den hartnäckigen Anstoß gegeben habe. Für seine eigenen Vorgänger im Bildungszentrum, Max Stadler und Franz Ertl, hatte er zugleich viel Lob über, da sich diese auch für das Projekt stark gemacht hätten. Das „Familiengespann“ der Ausbildungsmeister Thomas Pathe jun. und sen. erhielten ein Extralob für ihr Engagement rund um die Ausbildung in dem Haus.
Die Anwesenden konnten sich in der anschließenden Werkstättenbesichtigung ein eigenes Bild von der zeitgemäßen Ausstattung machen. (Text und Bild: Andreas Wittenzellner)